Dieses Briefing vereint drei Wissensebenen: traditionelles klinisches Wissen (wie dieser Zustand seit Jahrhunderten verstanden und behandelt wird), moderne Forschung (was veröffentlichte Studien gemessen haben) und die individuelle Einschätzung Ihres Klinikers. Die Tradition gibt Kontext und Vertrauen; die moderne Forschung liefert messbare Ergebnisse; Ihr Kliniker verbindet beides mit Ihnen.
In der klassischen chinesischen Medizin werden wiederkehrende einseitige Kopfschmerzen am häufigsten durch Muster wie Leber-Yang steigt auf — ein Überschuss an aufsteigender Energie, der den Kopf stört — seit Jahrhunderten mit Punkten behandelt, die sie absenken und beruhigen. Dies ist der Kontext für Ihre Behandlung, keine Messung der Wirksamkeit.
In einer großen Studie aus dem Jahr 2017 in JAMA Internal Medicine (249 Erwachsene, 16 Wochen) hatten Patienten, die Akupunktur erhielten, im Durchschnitt 3,2 weniger Migräneanfälle pro Monat, verglichen mit 1,4 weniger bei alleiniger üblicher Versorgung — ein klinisch bedeutsamer Unterschied, der nach Behandlungsende bestehen blieb.
Eine Cochrane-Übersicht von 2016 (22 Studien, ~5.000 Patienten) ergab, dass die Hinzufügung von Akupunktur zur üblichen Versorgung mehr als verdoppelte den Anteil der Patienten, deren Migränefrequenz halbiert wurde (41 % vs. 17 %). Ein Teil des Nutzens ergibt sich aus der gesamten Behandlungserfahrung und nicht nur aus den Nadeln allein — ein echter, medikamentenfreier Teil der Linderung, die Patienten empfinden. Die Evidenz entwickelt sich noch, und die Ergebnisse variieren von Person zu Person.
In der größten prospektiven Sicherheitsstudie (229.230 Patienten) waren schwerwiegende unerwünschte Ereignisse sehr selten; die häufigsten Effekte waren leichte Blutergüsse (~6 %) oder kurze Schmerzen (<2 %). Dies beschreibt die Sicherheit, nicht die Wirksamkeit.